Der britische Animationskünstler David O´Reilly hat mit seinem Kurzfilm “Please Say Something” einen Goldenen Bären auf der diesjährigen Berlinale abgeräumt. In dem 10-minütigen Streifen geht es um die Liebesbeziehung zwischen einer Katze und einer Maus. Das Revolutionäre ist die Art der Darstellung: sie bricht radikal mit den Sehgewohnheiten aktueller Animationsfilme (siehe Pixar), indem eine reduzierte Farbpalette mit groben, flächigen Formen kombiniert wird. Ergänzt wird das Ganze durch bewusst eingesetzte Komprimierungs-Artefakte (sogenanntes Datamoshing) und das Weglassen des Anti-Aliasing (Kantenglättung). Heraus gekommen ist dabei ein sehr punkig anmutendes Stück zeitgemäßer Computerästhetik, das seine digitale Herkunft nicht versucht zu verstecken sondern ganz bewusst mit ihr kokettiert.
Sehr schöne Typoanimation vom Tokioter Bureau WOW. Weitere inspirierende Arbeiten im Motion Graphics und Interaction Design Sektor gibts auf den folgenden Seiten.
Ich hatte die Gelegenheit vom 8. bis zum 10. Mai am OFFF Designfestival in Lissabon teilzunehmen. Dort traf sich die internationale Pixel-Elite zu Vorträgen, Workshops, Soundsessions und Über-den-Tellerrand-schauen. Die Themen hatten den Schwerpunkt Motion Graphics und Interaction Design. Es gab aber auch Vorträge von klassischen Grafikdesignern, Typografen, Kuratoren. Auffällig war der eindeutige Trend hin zu code-generiertem Design und Artwork. Dabei wurde vielfach der Prozess in den Vordergrund gehoben. Viele anwesende Designer und Medienkünstler überzeugten demnach auch mit ihren Programmierkünsten. Man sah den meisten Arbeiten keineswegs ihre “berechnete” Herkunft aus dem Programmcode an, es wirkte vielmehr wie von Hand gezeichnet.
Diese und andere Eindrücke von der OFFF 2008 habe ich in einem PDF zusammengefasst: Dokumentation