Von der Universität Tokio wurde auf der Siggraph in New Orleans eine Holoprojektion vorgestellt, die bei Berührung des holografischen Objekts beim Anwender ein taktile Rückmeldung erzeugt. Um dies zu erreichen wurde ein holografischer Projektionsschirm der Firma Provision mit dem Airborne Ultrasound Tactile Display kombiniert, so dass virtuelle Objekte fühlbar gemacht werden. Der Anfang für anfassbare virtuelle 3D Objekte ist gelegt.
Der britische Animationskünstler David O´Reilly hat mit seinem Kurzfilm “Please Say Something” einen Goldenen Bären auf der diesjährigen Berlinale abgeräumt. In dem 10-minütigen Streifen geht es um die Liebesbeziehung zwischen einer Katze und einer Maus. Das Revolutionäre ist die Art der Darstellung: sie bricht radikal mit den Sehgewohnheiten aktueller Animationsfilme (siehe Pixar), indem eine reduzierte Farbpalette mit groben, flächigen Formen kombiniert wird. Ergänzt wird das Ganze durch bewusst eingesetzte Komprimierungs-Artefakte (sogenanntes Datamoshing) und das Weglassen des Anti-Aliasing (Kantenglättung). Heraus gekommen ist dabei ein sehr punkig anmutendes Stück zeitgemäßer Computerästhetik, das seine digitale Herkunft nicht versucht zu verstecken sondern ganz bewusst mit ihr kokettiert.
Sehr sehenswert war die Installation von IBM zum Thema Cloud Computing auf der CeBIT. Leuchtende Kugeln bewegen sich im 3D Raum und Formen Typo und Skulpturen. Es hat mich sehr an die Installation im BMW-Museum erinnert. IBM hat die Kugeln noch zusätzlich leuchten und die Farben ändern lassen. Zudem war die Installation interaktiv: über einen Touchscreen konnte man einzelne Kugeln aktivieren und einfärben. Insgesamt sehr beeindruckend.
Seit einiger Zeit findet man leistungsstarke 3D-Engines für Flash und ActionScript 3. Neben der bekannteren Variante Papervision hat der Japaner ROXIK eine eigene Version namens ROXIK Sharikura 3D Library vorgestellt, die um einiges performanter läuft als alles bisher Dagewesene. Alles in Echtzeit und interaktiv. Schaut euch ein paar schöne Beispiele auf seiner Seite an:
Polygon Playground ist ein Lounge Objekt mit 3D Oberflächen Projektionssystem. Zusätzliche Effekte werden durch Positions und Annäherungssensoren ermöglicht.
Über die Infrarot-Kamera der Wii-Mote wird der Kopf und damit der Blickwinkel auf den Bildschirm getrackt. Eine entsprechende Anpassung der am Monitor dargestellten Elemente vermittelt dem Nutzer einen ungemeinen Tiefeneindruck.
Im kürzlich eröffneten BMW Museum in München gibt es eine sehr spannende Installation von ART+COM. Die kinetische Skulptur übersetzt einen virtuellen Entwurfsprozess in den Raum hinein. Scheinbar schwerelos und allein durch die Kraft der Gedanken gelenkt, bewegt sich die Skulptur durch einen Zyklus von freien Abstraktionen und BMW-typischen Fahrzeug-Formen.
Am National Institute of Information and Communications Technology (NICT) in Japan wurde dieser Device entwickelt. Auf drei der Würfelflächen befinden sich LCD-Bildschirme. Die Bildpunkte des LCDs sind mit einem Array aus speziellen Linsen besetzt. Dadruch ensteht für den Betrachter der Eindruck, dass sich das dargestellte Objekte in dem Würfel befindet.
In den nächsten Schritten sollen sechs Würfelflächen mit Screens versehen werden und die Auflösung verbessert werden.