Man nehme…

Man nehme…

14 Servogelenke (Torso, Kopf, Schwanz, Hals, Beine) mit Force-Feedback, 38 Berührungs-, Geräusch-, Licht- und Neigungssensoren, einschließlich neun Berührungssensoren (Maul, Brust, Kopf, Schultern, Rücken, Füße), acht Fuß- und Zeh-Sensoren und eine flüssige, quadrupede (vierfüßige) Bewegung . Dann trainiert man die Fähigkeit an, Hindernissen auszuweichen und Absturzkanten zu meiden.  Natürlich darf es an einer Tonausgabe, akustischen Stereosensoren und  einer Takterkennung bei Musik nicht fehlen. Abschließend braucht man noch ein aktualisierbares Betriebssystem, das „Life Form OS“ und ein Persönlichkeitssystem, eine Speichererweiterung mittels SD-Karte und einen wieder aufladbaren Akku:

Das ist Pleo. Der modernste Spielzeugroboter der Welt, hergestellt von der Firma Ugobe. Er agiert autonom, ist lernfähig und entwickelt seine eigene Persönlichkeit. Durch die Interaktion mit dem Menschen entwickelt sich jeder Pleo anders. Kurz gesagt: Ein Vorgeschmack auf die zukünftige Beziehung von Mensch und Maschine. (http://www.innovations-report.de/html/berichte/messenachrichten/bericht-117020.html)

 

Über Jahre beschäftigt sich die Forschung mit der Roboter-Technik, die den Menschen bis ins Kleinste kopieren soll und jetzt dreht man den Spiegel um. Internationale Wissenschaftler erforschen in dem Projekt LIREC (Living with Robots and intEractiv Companions) was Roboter mit ihrem Verhalten in uns Menschen auslösen. www.lirec.eu. LIREC ist ein durch die EU gefördertes 8 Millionen Euro-großes  Kooperationsprojekt aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie und ist für vier Jahre bis 2012 angesetzt. „Das Ziel von LIREC ist es, eine neue Generation von interaktiven, emotional intelligenten künstlichen Kameraden zu entwickeln, die in der Lage sind, mit Menschen langfristige Bindungen aufzubauen. LIREC richtet sein Augenmerk dabei sowohl auf „körperliche“ Agenten, z.B. Roboter, wie auch auf „körperlose“ Programme. Insbesondere wird untersucht, auf welche Weise Menschen auf die sog. Migration (d.h. ein künstlicher Kamerad wechselt seinen Körper z.B. vom Roboter zum PDA ) reagieren“. (http://www.uni-bamberg.de/grip/projekt-lirec/). Wenn man das liest und hört, fragt man sich, wie denn der ideale Roboter aussehen soll? Will ich in meinem Umfeld mit Maschinen zusammen leben oder soll es eine Gesellschaft vieler bunter Tiere sein wie Pleo? Will ich einen Roboter, der mir hörig ist oder soll er auch aktiv mich ansprechen? Roboterethik ist also auch eine Thematik in der Studie. Eine weitere Herausforderung wird das Thema Sicherheit und Datenschutz sein. Da die Roboter mit Kameras ausgestattet sein werden, stellt sich die Frage, wer auf die Bilder zugreifen darf? Oder was passiert mit dem Gedächtnis des Roboters? Und wie stellen wir sicher, dass ein Roboter nicht gehackt wird?

 Im Grunde genommen, hat Friedrich Schiller in seinem Gedicht Lied von der Glocke schon alles gut zusammen gefasst: „(…)Der schrecklichste der Schrecken, Das ist der Mensch in seinem Wahn.“ Die Zukunft hat schon begonnen.

 

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